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Höhe
47.0
Breite
74.5
Material
Gouache
Malgrund
Papier
Entstanden
1936-1937
Inv.Nr
G 0351

Von Mai bis November 1937, vor dem dramatischen Hintergrund des Spanischen Bürgerkriegs, fand in Paris jene aufsehenerregende Weltausstellung statt, für die Picasso sein berühmtes politisches Bild Guernica geschaffen hatte und an der auch sein Landsmann Miró mit einem grossen zeitkritischen Gemälde vertreten war (vgl. Kat. 141). Ganz anders Robert Delaunay, der Begründer des Orphismus, der sich nie politisch engagiert hat. Er nahm vom französischen Staat den Auftrag an, für diese Ausstellung ein riesiges Wandbild zur Propagierung des öffentlichen Verkehrs zu schaffen, das im Eingangsbereich einer riesigen Ausstellungshalle auf dem Champ-de-Mars angebracht werden sollte. Dieses Wandbild, das nicht weniger als 10 auf 15 Meter misst, ist eine Hymne auf die Errungenschaften der modernen Technik, und es spielt schon im Titel auf die drei Dimensionen des öffentlichen Transportwesens an: den Luftverkehr, den Schienenverkehr und die Schifffahrt. Dargestellt ist das Thema allerdings auf so verschlüsselte Art, dass man keinesfalls von Propagandakunst sprechen kann. Delaunay ging bei der Gestaltung gleich vor, wie er dies in den Jahren zuvor auf vielen Tafelbildern getan hatte: Er verband verschiedene Motive collageartig zu einem dynamischen Sinnbild des modernen Lebens. So kommen auf dem Wandbild nicht nur der Eiffelturm und die Kirche Sacré-Coeur vor, man erkennt auch ein paar frei schwebende farbige Scheiben, die sich wie Räder zu drehen scheinen, und ganz unten entdeckt man erneut die drei Grazien, diesmal allerdings nur sehr klein (vgl. Kat. 46). Neu dagegen sind der grosse weisse Fallschirm links und die auf den Betrachter zurasende Lokomotive rechts – Sinnbilder für die Elemente Luft und Eisen. Das dritte im Titel angesprochene Element, das Wasser, ist wohl durch den Brückenbogen in der Bildmitte angetönt, allerdings auf sehr abstrakte Weise. Das vorliegende Werk, das mit Gouache auf Papier gemalt ist, stellt wohl eine detaillierte Kleinfassung des riesigen Wandbilds dar, die dem Künstler dazu diente, sein Projekt der zuständigen Kommission vorzustellen. Ausser der Gouache befinden sich in der Sammlung Batliner auch sieben mit Bleistift ausgeführte Entwurfszeichnungen zu diesem Wandbild, von denen die meisten aber nur einen Teil der Komposition wiedergeben (Abb. oben und Wissenschaftlicher Bestandeskatalog, Kat. 47). Wie die Quadratur auf dem Papier beweist, wurde mit ihrer Hilfe die Komposition wohl auf die monumentale Leinwand übertragen, wobei Delaunay bei der Ausführung seine Frau Sonia und eine Reihe anderer bekannter pariser Maler zur Hand gingen.