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Portrait de femme au chapeau vert
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Höhe
92.0
Breite
73.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
1947
Inv.Nr
G 0255

Pablo Picasso ©  Succession Picasso/VBK, Wien 2011

Auch an Picasso ging der Krieg nicht spurlos vorbei. Die Folge war aber alles andere als eine Depression, vielmehr startete Picasso in seinem Leben und in seiner Kunst eine Offensive. Die Nachkriegszeit zeigt ihn janusköpfig, er lebte zurückgezogener und engagierte sich gleichzeitig politisch. Mit Françoise Gilot, die er 1943 kennengelernt hatte, versuchte er einen Hausstand zu gründen; nicht zuletzt deswegen übersiedelte er 1947 nach Südfrankreich. Gleich nach der Befreiung von den Deutschen im Sommer 1944 war Picasso der Kommunistischen Partei Frankreichs beigetreten und engagierte sich vor allem künstlerisch für deren Belange, ohne sich allerdings völlig dienstbar zu machen. Picasso erweiterte auch seine künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten durch den Gebrauch neuer Materialien im Bereich der Druckgraphik, Plastik und Malerei. Von besonderer Bedeutung war die 1947 im Süden begonnene Beschäftigung mit Keramik, wodurch er einem nach dem Krieg brachliegenden Handwerk zu einem unverhofften Boom verhalf.

Wenn Picasso malte, dann schnell und viel, meist mehrere Bilder an einem Tag. So stellte er am 13. April 1947 neben dem Portrait de femme au chapeau vert auch noch eine weitere femme assise fertig, für die vermutlich die schwangere Françoise Gilot Modell saß. Wie auch bei ein anderem Bild Picassos aus der Privatsammlung, Nu assis dans un fauteuil von 1963, so handelt es sich bei der femme au chapeau vert aber um kein eigentliches Portrait, vielmehr um eine malerische Lebensäußerung Picassos im Dialog mit seiner Vertrauten. "Ich male so, wie andere ihre Autobiographie schreiben, Bilder, ob fertig oder nicht, sind Seiten meines Tagebuches, und als solche haben sie ihre Bedeutung." Vor Françoise war es Dora Maar gewesen, die Picasso immer wieder als Frau mit Hut dargestellt hatte. Ein Beispiel ist die Sitzende Frau von 1941 (München, Staatsgalerie), ein eindrucksvolles Bild von Angst und Entsetzen isolierter Individualität während der Okkupationszeit. Das Bildnis von 1947 hingegen besticht durch seine harmonisch hoffnungsvolle Ausgewogenheit, die allerdings in gedämpfter, fast schattiger Farbigkeit vorgetragen wird. Katzenhafte Wachsamkeit dem Betrachter gegenüber spricht aus dem Gesicht der Frau.