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Hausgeist
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Höhe
32.5
Breite
27.6
Material
Aquarell, Tusche
Malgrund
Karton, Papier
Entstanden
1923
Inv.Nr
G 0222

Paul Klee war einer der ersten Künstler, die Walter Gropius an das 1919 gegründete Bauhaus in Weimar berief, und da der junge Maler in München wegen politischer Aktivitäten während der Räterepublik zur Persona non grata geworden war, folgte er wohl dem Ruf an die neue progressive Schule für Gestaltung noch so gerne. Bereut hat er diesen Schritt jedenfalls nie. Klee wurde zu einem der wichtigsten Pädagogen am Bauhaus und entfaltete dort eine rege kunsttheoretische Tätigkeit.

Das vorliegende Werk entstand ebenfalls während Klees Tätigkeit am Bauhaus, die im November 1920 eingesetzt hatte. Wie eine später übermalte Beschriftung auf der Unterlage zeigt, hätte das Werk ursprünglich «Der Geist des Hauses» heissen sollen, woraus Klee schliesslich den Kurztitel Hausgeist machte. Dieser Hausgeist erscheint auf dem Bild als erschrecktes Gesicht, das in ein streng rektanguläres Liniengeviert eingelassen ist. Dass es sich bei diesem Viereck um ein Haus – oder vielleicht besser: um den Grundriss eines Hauses – handelt, beweist ein anderes Viereck auf dem graublauen Grund. Die rechteckige Form, die von oben ins Bild ragt, weist vier Fensteröffnungen auf.

Im Hausgeist mit den weit aufgerissenen Augen darf man si-cher ein verstecktes Selbstbildnis des Künstlers erkennen. Lyonel Feininger, der schon 1919 Meister am Bauhaus wurde, beschrieb den Kollegen später mit folgenden Worten: «Den stärksten Eindruck machten auf uns seine Augen, als wir ihn 1922 am Bauhaus in Weimar zum ersten Mal sahen. Braune, weit auseinander stehende Augen unter einer breiten Musikerstirn, die Augen eines Sehers, die einen durchdringend anblickten oder zu anderen Zeiten in träumerischer Selbstvergessenheit an einem vorbei ins Unbegrenzte schauten.»

Mit den stereotypen Hausgrundrissen könnte dagegen das Bauhaus gemeint sein, dessen streng konstruktive Mentalität dem Malerpoeten Klee zu Beginn seiner Lehrtätigkeit ziemlich fremd erschienen sein muss. «Wir konstruieren und konstruieren», schrieb er noch 1928 in seinem kritischen Essay Exakte Versuche im Bereich der Kunst, «und doch ist Intuition immer noch eine gute Sache».