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La dormeuse aux fleurs
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Höhe
146.0
Breite
118.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
1972
Inv.Nr
G 0026

© VBK, Wien 2011

Eines der zentralen Themen des Alterswerks von Chagall war die Hommage an seine zweite Heimat: Frankreich. Viele derjenigen Künstler, die vor dem Krieg in Paris gelebt hatten, waren in Südfrankreich endgültig sesshaft geworden, etwa Picasso oder Matisse, wie Chagall in der Nähe von Nizza. Paris als Kunstmetropole hatte durch den Weltkrieg bedingten Exodus der Künstler sehr stark an Attraktivität verloren. Es nimmt daher nicht wunder, wenn Chagall gerade das Paris der zwanziger und dreißiger Jahre, in denen sich sein Weltruhm begründet hatte, in zahlreichen Werken — wie zuvor Witebsk — in Erinnerung rief, wie in den Bildern Le Quai de Bercy (Basel), die Seinebrücken (Hamburg) bis hin zu ganz späten Werken wie Liebespaar vor rotem Hintergrund von 1983. Oft sind die Blicke über Paris mit Szenen von persönlichen Glück oder berauschenden Blumensträuße assoziiert. In zunehmendem Maße rückt auch sein neues Lebens- und Arbeitszentrum an der Côte d'Azur in den Mittelpunkt.

Dazu gehört auch das Bild La dormeuse aux fleurs. Motive, wie hier zu sehen, wiederholen sich zwar bei Chagall des öfteren: der bunte Blumenstrauß, die schlafende Frau, eine landschaftlich anmutige Stadt, die rote Sonne oder die Umarmung von Mensch und Tier. Sie werden aber immer wieder anders ausgestaltet, zu neuen Bildern arrangiert und mit einem dominanten farblichen Grundton versehen. So wird die intime Bedeutung eines Ortes in immer differenzierteren Facetten erkennbar. Die schlafende Frau, im Gras einer Anhöhe geborgen, das duftend-leuchtende Bouquet, die aufgehende Sonne und die Umarmung der Kreaturen werden träumerisch assoziiert mit dem Bild des im Sonnenrot glänzenden Städtchens St-Paul-de-Vence. All dies ist eingehüllt in ein berückendes Blau, Nächtlichkeit, Frieden und Glück evozierend. So lassen sich Titel und Darstellung auch auf Saint-Paul als einer "Schläferin in den Blumen" beziehen: Ein bezauberndes Zeugnis von Chagalls Liebe zu seiner französischen Heimat, die ihm wie ein Paradies erschien.