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Höhe
46.0
Breite
38.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
1938
Inv.Nr
G 0020

Henri Matisse ©  Succession Matisse/VBK, Wien 2011

Die französischen Künstler hatten in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen ein Faible für monumentale Dekorationen. Matisse erhielt beispielsweise 1930 den Auftrag für Wandgemälde in der Alfred Barnes Collection in Philadelphia, in denen er sich mit seinem Lieblingsthema, dem Tanz, beschäftigen sollte. Um diese großflächigen Dekorationen künstlerisch zu bewältigen, entwickelte er große vereinfachte Raumflächen von intensiver Farbigkeit, in die er kontrapunktisch dazu ausgeprägt zeichnerische Elemente integrierte, wodurch er Malerei und Zeichnung verband. Die größte monumentale Aufgabe, das Ziel seines künstlerischen Schaffen, wie es Matisse bezeichnete, übernahm er in den Jahren 1948/50, als er eine Kapelle in Vence entwerfen und auch für deren gesamte Ausstattung (Kruzifix, Messgewänder usw.) verantwortlich sein sollte. Neben diesen Arbeiten widmete sich Matisse aber auch dem Staffeleibild. Um 1935 beschäftigten ihn eine größere Serie von Akten, der nu rose, und eine Reihe von Bildern, in denen der textile Entwurf von Kleidern in den Vordergrund trat.

Wie bereits im Titel betont, bildet nicht die Frau, sondern das Design des Kleides das Hauptaugenmerk das Bildes. In der 1938 entstandenen La robe rayée ist eine auf einem Stuhl, der nur an seiner gelben Rückenlehne zu erkennen ist, sitzende Frau zu sehen, die sich auf ihren linken Arm aufstützt. Im Hintergrund links sieht man einen weiteren Stuhl in Grün, rechts eine Zierpalme. Eigentümlich bleibt, dass Matisse das Gesicht der Frau nicht ausführt, so dass sie wie eine Kleiderpuppe erscheint. Wichtig ist denn auch nicht so sehr ihre Figur, sondern die Farbe und ihre Musterbildung. Die komplementären Farben Rot und Grün leuchten intensiv und sind in unregelmäßigem Wechsel gegeben. Dieser Farbakkord wird geschmackvoll eingebunden in gedämpfte Töne von Taubenblau, Meeresgrün und einem kastanienfarbigem Grund. Um die Taille der Frau zeichnete Matisse virtuos direkt mit dem Pinselholz in die nasse Farbe hinein. Zusammen mit den beiden Stühlen, die wie Flügelchen erscheinen, lässt die Figur der bekleideten Frau auch an einen bunten Schmetterling denken.