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Height
61.0
Width
49.5
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Date created
1881
Inventory
G 0095

Die Unfälle, das lange Krankenlager in den Jahren 1878/79, letztlich die Folge einer schweren Knochenerkrankung, ließen Toulouse-Lautrec sein zeichnerisches Talent entdecken, wovon heute noch sein Cahier de zig-zag Zeugnis gibt. Die Impressionisten hatten es ihm angetan, er zeichnete und malte Landschaften, Pferderennen und Portraits. Ganz besonders bevorzugte der junge Toulouse-Lautrec dabei Hunde und Pferde. Schon in Cheval blanc "Gazelle" erweist sich der erst siebzehnjährige Lautrec als scharfer Beobachter. Diese Gabe der auf den Grund sehenden Beobachtung und das Wesen treffenden Darstellung bis hin zur Karikatur entfaltete sich schnell. Neben dem Maler, der in seinen Gemälden die Halbwelt des Pariser Montmartre, die Tanzcafes, Bühnen oder Bordelle in Kunst verwandelte, war Toulouse-Lautrec auch ein trefflicher Karikaturist. Nach der Eröffnung des Nachtlokals "Moulin Rouge" im Jahr 1890 entwickelte er sich auch zum Entwerfer von Plakaten. Dabei entdeckte er nicht nur dieses Genre, sondern hob auch die Technik der Farb-Lithographie auf ein bisher unbekanntes Niveau.

Das Porträt des Schimmels "Gazelle", dessen Name wohl auf die besonderen Eigenschaften dieses Pferdes hinwies, ist im Sommer 1881 auf dem Landgut Le Bosc entstanden. Zu gleicher Zeit fertigte er eine Skizze der "Gazelle" an, jedoch im Profil (Albi, Musee Toulouse-Lautrec). Dieses Bild signierte er ebenfalls mit "Monfa". Das in seiner Box eingesperrt stehende, nicht mehr ganz junge Pferd ist direkt von vorne gesehen und scheint nicht bester Laune zu sein. Es knabbert am Holz der Tür und stellt die Ohren auf. Gemalt hat es Lautrec mit sehr sparsamen Mitteln, deren Ökonomie für sein malerisches Genie sprechen. Holz und Hintergrund sind schlicht braun gehalten. Daraus hervor leuchtet das Schimmel-Weiß, das sich in den Schatten zu Hellblau vertieft. Die Malerei ist — an den Impressionisten orientiert — betont fleckig ausgeführt. Toulouse-Lautrec zeigt hier Sympathie und Einfühlungsvermögen in ein geliebtes Tier, dem vielleicht die Freiheit lieber ist als das Stehen in einer dunklen Box.