Nicht zuletzt wegen seines unzugänglichen Charakters und seiner schroffen Art blieb dem Provencalen Paul Cézanne lange Zeit die Anerkennung in Paris versagt. Die 'wilde' Frühphase disziplinierte er, als er sich 1870 unter Anleitung Camille Pissarros in Pontoise der Technik des Impressionismus zuwandte. In der südlichen Abgeschiedenheit von Aix und L'Estaque entwickelte er dann eine neue Malerei, die zwar hinsichtlich der Motive seine Herkunft nicht leugnete, sich aber zusehends in der malerischen Konzeption davon zu lösen begann. Die "petite église" des Impressionismus zerfiel um das Jahr 1886 nicht zuletzt aus einem Gefühl des künstlerischen Ungenügens. Wie Seurat, der den Divisionismus erfand, versuchte auch Cézanne, die Freilichtmalerei auf eine feste Grundlage zu stellen, mit einer klar gebauten Bildstruktur seinen Bildern Dauer und Festigkeit zu verleihen. Klassisch sollte seine Malerei werden: "Stellen Sie sich Poussin vor, aber ganz erneuert vor der Natur".
In den Jahren 1885 und 1886 besuchte Cézanne seinen Kunsthändler Choquet in Hattenville in der Normandie. Le clos normand wird dort entstanden sein. Leicht nach rechts steigt das Gelände an, nass in feuchtem Grün der Rasen, links und rechts stehen, meist zur Bildmitte sich neigende Baumstämme, die die Last ihrer Kronen tragen. Auf den ersten Blick wirkt dieses Motiv einer Reihe von niedrigen Bäumen fast eintönig. Cézannes Streben nach Architektonik wird im diesem Bild deutlich. Es wird in der Hauptsache nicht die Erscheinung der Bäume zu einer bestimmten Tageszeit, das Spiel von Licht und Schatten festgehalten. Der Pinsel registriert nicht tupfend die unterschiedlichen Valeurs. Aus wohl überlegten, farbigen Strichen fügt sich das Bild zusammen. Zusammen mit dem planen Mauerabschluss bildet sich aus dem Volumen zeugenden Halbkreis der Bäume ein kühler Ort von fast erdrückender Binnenräumlichkeit.


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