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Mesure du temps
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Höhe
105.0
Breite
68.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
1934
Inv.Nr
G 0423

© VBK, Wien 2011

Der Titel dieses Bildes könnte fast für das gesamte Oeuvre von Kupka stehen, meint Ludmila Vachtova: «Zeitbedingte, rhythmisch koordinierte Bewegungsabläufe in verschiedenen Raumebenen faszinierten den Maler, seit er sich von der Figuration emanzipierte.»

Hatte Kupka in den zwanziger Jahren seinen abstrakten Bildern meist kurvig-organische Formen verliehen, so kehrte er um 1930 wieder zu einer strengeren, ganz auf die Vertikale und die Horizontale bezogenen Darstellungsweise zurück. Richtungsweisend für diesen Stilwechsel war ohne Zweifel der holländische Konstruktivist Theo van Doesburg, der seit 1923 ebenfalls in Paris lebte. 1931 hatte er dort mit ein paar anderen progressiven Künstlern die Ausstellungsgemeinschaft abstraction – création gegründet und weil ihm viel daran lag, auch die grossen Pioniere der ungegenständlichen Kunst unter den Mitgliedern zu wissen, hatte er den einzelgängerischen Kupka so lange bearbeitet, bis dieser ebenfalls der Gruppe beitrat.

In der Tat fallen auf dem vorliegenden Bild als erstes der streng rechtwinklige Aufbau und der flächige Farbauftrag auf. Mit van Doesburg und Mondrian hat Kupkas Gestaltungsweise aber schon deshalb nur am Rande zu tun, weil er, im Gegensatz zu den Neoplastizisten, räumliche Effekte nicht ablehnte. Bei ihm sind die rechteckigen Formen und vertikalen Streifen so auf der Fläche angeordnet, dass sie bewusst den Eindruck von räumlicher Überlagerung erwecken. Auch weisen die Formen feine Konturen auf, die fast wie Schattenfugen wirken, und die farbigen Tonwerte sind so differenziert abgestuft, dass sie den Formen etwas Leichtes, nahezu Schwebendes verleihen.