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Nature morte au compotier
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Höhe
61.0
Breite
73.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
1905
Inv.Nr
G 0130

© VBK, Wien 2011

Auf De Vlaminck schien die Bezeichnung "fauve" in der Tat bestens zu passen. Sein anarchistisch-bohemienhaftes Auftreten hatte schon manches von der Radikalität der Dadaisten vorweggenommen. Er hatte im Unterschied zu seinen Kollegen niemals Malerei an einer Akademie oder in einem Atelier studiert. Sein großes Vorbild war schlicht Vincent van Gogh, dessen Bilder ihn 1901 in der Galerie Bernheim-jeune erschütterten: "Van Gogh bedeutet mir mehr als Vater und Mutter", ließ er beim Verlassen der Ausstellung vernehmen. Auf den dafür empfänglichen jungen Mann wirkten sowohl das tragische Schicksal des 1891 verstorbenen Van Gogh als auch dessen Landschaften und Stillleben, die nicht zuletzt durch ihre leidenschaftliche Pinselarbeit, die ausdrucksstarke Farbe und ihren pastosen Auftrag zu beeindrucken vermochten. Van Goghs Einfluss dauerte bis etwa 1907, als er sich — befreundet auch mit Picasso — für Cézanne und damit verbunden zeitweilig für den Kubismus zu interessieren begann.

Die Unmittelbarkeit der künstlerischen Arbeit war De Vlaminck wichtig und faszinierte ihn bei Van Gogh. "Faire l'amour" und "faire la peinture" sind ihm vergleichbar: "An der Basis der Kunst steht der Instinkt. Ich bemühe mich mit meinem Herzen zu malen und mit meinen Lenden." Auch in Nature morte au compotier sind diese Absichten wiederzuerkennen. Auf einem recht unbestimmten Untergrund, der sich weiß, blau und grün einteilt, stehen oder liegen eine Fruchtschale aus Ton mit Äpfeln, ein weißer Porzellankrug, neben dem sich Zitronen befinden. Eine gladiolenähnliche Pflanze ragt rot von links herein. Die Farben sind unmittelbar aufgetragen, die Schwarz Umrisse sind betont schell gezeichnet. Bei der Disparatheit der Dinge, der, so scheint es, fast instabilen Lage des Kruges wirkt die ordnende und sammelnde Kraft der runden braunfarbigen Schale sehr wohltuend und sorgt für Ausgleich.