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Pferde am See
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Höhe
43.0
Breite
53.0
Material
Gouache
Malgrund
Karton
Entstanden
1915
Inv.Nr
G 0437

© VBK, Wien 2011

Einer Aufforderung Wassily Kandinskys und Franz Marcs folgend liess sich der aus dem rheinländischen Krefeld stammende Heinrich Campendonk im Oktober 1911 im oberbayerischen Sindelsdorf, unweit von Murnau, nieder, wo er in unmittelbarer Nachbarschaft von Marc und Macke lebte und arbeitete. Wie diese wurde er sogleich Mitglied der Münchener Expressionistengruppe "Der Blaue Reiter" und nahm schon an deren ersten Ausstellungen teil. Das vorliegende Bild zeigt eine nahe Verwandtschaft zum Schaffen seines Freundes Franz Marc, der 1916 im Ersten Weltkrieg fallen sollte. Wie dieser stellte Campendonk oft Tiere dar, wobei auch für ihn Pferde, Rehe oder Kühe Sinnbilder der Ursprünglichkeit und der Reinheit waren. Im Unterschied zum Menschen scheinen sie völlig im Einklang mit dem natürlichen Kosmos zu stehen. Das um 1915 mit Wasserfarben gemalte Bild "Pferde am See", das den Eindruck erweckt, es sei aus farbigen Splittern zusammengesetzt, steht noch immer unter dem Einfluss des Kubismus, während die warmtonige Farbigkeit bereits auf die Malerei von Klee und Marc verweist. Zwei Pferde weiden in einer idyllischen Seelandschaft. Von menschlicher Präsenz ist nichts zu spüren, noch weniger von moderner Technik und Hektik. Es scheint, als habe Campendonk mit dieser fast paradiesisch anmutenden Vision einen Gegenentwurf zur kriegsgebeutelten Wirklichkeit jener Tage schaffen wollen.