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Pierrot
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Höhe
100.0
Breite
73.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
1939
Inv.Nr
G 0418

© VBK, Wien 2011

Wie Matisse und Marquet fing Rouault seine künstlerische Karriere Ende des 19. Jahrhunderts als Schüler von Gustave Moreau an, um dann Anfang des 20. Jahrhunderts ebenfalls als Fauvist berühmt zu werden. Letztlich blieb dieser Künstler aber zeitlebens ein Einzelgänger, der seine ganz eigenen Ziele verfolgte. So gehört Rouault auch zu den bedeutendsten religiösen Künstlern der Moderne. Dominieren in seinem Frühwerk wie beim jungen Picasso noch gesellschaftliche Aussenseiter wie Prostituierte, Zirkusleute oder Gaukler, so wandte er sich nach dem Ersten Weltkrieg mehr und mehr religiösen Themen zu, vor allem der Passion Christi, die er 1935-1936 auch für Ambroise Vollard illustrierte. Denn wie sein Freund, der katholische Schriftsteller Léon Bloy, war Rouault der Überzeugung, dass das Heil der Menschheit nur in einer Erneuerung des Glaubens liegen könne. Dennoch übte die Zirkuswelt auf den Künstler sein Leben lang eine grosse Faszination aus. Immer wieder malte und zeichnete er Harlekine und Pierrots, Jongleure und Akrobaten, die oft ebenso viel Ernsthaftigkeit und Melancholie ausstrahlen wie seine Heiligenfiguren. Der vorliegende monumentale Pierrot mit seinen grossen, ausdrucksstarken Augen, der dem Betrachter mit vor dem Bauch verschränkten Händen frontal gegenüber steht, erin-nert jedenfalls stark an Rouaults berühmte, etwas später entstan-dene Darstellung der Verspottung Christi, die sich heute in der Staatsgalerie Stuttgart befindet. Umgekehrt nimmt die Thematik des leidenden Christus bei Rouaults oft Bezug zu gewissen Darstellungen von traurigen Clowns, insbesondere zu Watteaus berühmtem Gilles im Louvre.