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Portrait d'une jeune fille (Elisabeth Maître)
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Höhe
53.0
Breite
44.5
Material
Pastell
Malgrund
Papier
Entstanden
1879
Inv.Nr
G 0023

Gemeinsam mit den der Modernität verpflichteten Malern Manet, Degas oder später auch Toulouse-Lautrec stand für den Impressionisten Pierre-Auguste Renoir weniger die Landschaft, als vielmehr der Mensch im Zentrum des künstlerischen Interesses. In der Zeit nach den Deutsch- Französischen Krieg 1870/71 wurde Renoir für seine Gesellschaftsbilder und Bildnisse bekannt und war ein sehr gesuchter Porträtist der gehobenen Pariser Kreise, wovon das Bildnis der Mme Charpentier mit ihren Kindern (New York, Metropolitan Museum of Art), 1878 entstanden, ein eindrucksvolles Beispiel gibt. Im Todesjahr von Manet geriet Renoir allerdings in eine Schaffenskrise, wie er dem Kunsthändler Vollard gestand: "Um 1883 war in meinem Oeuvre ein Bruch entstanden. Ich hatte den Impressionismus folgerichtig zu Ende geführt und kam zu dem Ergebnis, dass ich weder malen noch zeichnen konnte. Mit einem Wort, ich war in eine Sackgasse geraten." Seine Kritik richtete sich besonders auf die mangelnde Komposition der impressionistischen Bilder. Fortan orientierte er sich stärker an den alten Meistern. In Renoirs Spätwerk dominieren denn auch die Darstellungen fülliger, weiblicher Akte, weshalb man ihn mit dem barocken Flamen Peter Paul Rubens verglichen hat.

1879 war eines der erfolgreichsten Jahre für Renoir. Er konnte seine erste Einzelausstellung durchführen. Aus dieser Zeit stammt auch das schöne Pastellbildnis der damals sechsjährigen Elisabeth Maître (1873-1960), die die Nichte von Renoirs Freund Edmond Maître war, einem den Impressionisten nahestehender Kunstsammler und Musikliebhaber. Renoir richtete einen liebevollen Blick auf das junge Mädchen und erkennt bereits die Schönheit der erwachsenen Frau in ihr. Von einem braunen Fauteuil hinterfangen sitzt Elisabeth direkt vor dem Betrachter, schaut aber mit einem Anflug von Schüchternheit seitlich an ihm vorbei. Wie eine kleine Prinzessin ist sie mit einem himmelblauen Kleid angetan. Adrett ist sie frisiert, die langen braunen Haare sind mit einer blauen Schleife zusammengehalten. Ihr wohlgerundeter Kopf ist schließlich gerade soweit gedreht, dass am Ohr eine winzige Perle funkelt, die sich nur mit dem Glanz in ihren Augen vergleichen lässt.