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Höhe
63.0
Breite
47.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
1923
Inv.Nr
G 0168

Rudolf Wackers Ruhm konnte sich wegen seiner langen Kriegsgefangenschaft in Sibirien nur langsam verbreiten. 1920 wieder in Freiheit begab sich Wacker ohne weitere Verzögerung nach Berlin, welche Stadt schon vor 1914 als die Kunstmetropole Deutschlands galt. Dort fand er Anschluss an die Vorkriegs-Avantgarde, im besonderen an die inzwischen berühmt gewordenen Maler des deutschen Expressionismus. Später wurde er zum bedeutenden Vertreter einer um 1925 aufkommenden Stilrichtung, die sich als Gegenreaktion auf die verzerrende Subjektivität des Expressionismus verstand und die die emotionslose Objektivität in der Darstellung von Menschen und Dingen anstrebte: die Neue Sachlichkeit. Vor allem als Stilllebenmaler machte Wacker sich sehr bald einen Namen. Besonders sind seine Puppenbilder erwähnenswert, in denen er existentielle Nöte sinnfällig zu machen wusste.

Wacker war ein Mensch mit der ausgeprägten Gabe gedanklicher Reflexion und rigoroser Selbstprüfung. Davon zeugt ein umfangreiches Diarium, in dem er seine Befindlichkeit im menschlichen Bereich ebenso festhielt, wie in Bezug auf seine Kunst. Auf künstlerischem Gebiet entspricht diesem Hang der Selbstbespiegelung die Gattung des Selbstporträts, von denen er zeitlebens nicht wenige gemalt hat. Diesbezüglich muss Wacker mit den großen Selbstbildnismalern der zwanziger und dreißiger Jahre Beckmann, Dix, Kirchner oder Kokoschka genannt werden.
Das Selbstbildnis mit Puppe von 1923 stammt noch aus seiner expressionistischen Phase. Der Malweise nach ein wenig an Ludwig Meidner erinnernd, stellt sich der Künstler in seinem Atelier vor einem eigenen Gemälde dar, von welchem heute noch ähnliche Fassungen existieren. Auf ihm ist Kinderspielzeug in Gestalt einer Puppe und eines Fuchses auf gelben Rädern zu sehen. Dünn im Gesicht, fahl und leichenblass wendet Wacker seinen ängstlichen Blick am Betrachter vorbei über die linke Schulter. Nur Nase und Ohren sind wie vor Kälte etwas gerötet; auf sinnliches Verlangen deutet der rote Mund. Während die Puppe auf dem Bild den Weg mit Bestimmtheit zu wissen scheint, malt sich der Maler selbst unsicher und richtungslos.