Im Todesjahr seines verehrten Lehrers Malewitsch malte Rozhdestwenski einige Landschaftsbilder, darunter auch die Suprematistische Landschaft. Kosmischer Apparat, die eine merkliche Veränderung gegenüber den Werken der Jahre zuvor bekunden. Als hätte er an dessen Totenbett geschworen, das künstlerische Erbe anzutreten und Malewitschs Idee des Suprematismus nicht mit ihm sterben zu lassen, so manifestiert sich 1935 erstmals der Versuch, eine an Cézanne erinnernde Landschaftsmalerei mit suprematistischer Konzeption zu verbinden. In seinen Erinnerungen aus den siebziger Jahren schreibt er; "Paul Cézanne bemühte sich durch die Malerei die reale Schwerkraft der uns umgebenden materiellen Welt wiederzugeben [...]. Suprematismus, das ist Schwerelosigkeit, die Spannung der dynamischen Energie des kosmischen Raums, wo eine andere Realität herrscht, wo es kein oben, kein unten, kein Gewicht, keine Schwerkraft gibt. Kasimir Malewistch hat die Tür dorthin geöffnet".
Man sieht in Suprematistische Landschaft auf eine nicht näher lokalisierbare landschaftliche Begebenheit, deren flache und weitläufige Erhebungen sich am tiefen Horizont abzeichnen. Darüber bewegt sich ein zum Teil bewölkter Himmel. Ein Verfremdungseffekt setzt in der Färbung ein: Man sieht auf die Landschaft wie durch grün getöntes Glas. Einen gewollt paradoxen Charakter bekommt das Bild dann, wenn man die ungegenständlich suprematistische Komposition in der Bildmitte aus waagerecht aneinander gefügten weißen, grünen oder schwarzen Farbstreifen als Gegenstand begreift. Dieser sieht aus wie ein fremdartiges Raumschiff. Solch ein Flugobjekt muss Rozhdestwenski wie ein vergegenständlichtes Sinnbild des Suprematismus erschienen sein, erinnert man sich an dessen oben zitierte Bestimmung. Bedeutsam ist dann allerdings, dass dieser Kosmische Apparat nicht fliegt, sondern etwas verloren in weiter Landschaft sozusagen auf dem Boden der Tatsachen steht. Roszhdestwenskis ursprünglicher Titel lautete denn auch: "Sie sind gelandet".



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