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Sylvette
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Höhe
81.0
Breite
65.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
1954
Inv.Nr
G 0009

Pablo Picasso ©  Succession Picasso/VBK, Wien 2011

Das Porträt der jungen Frau mit dem Pferdeschwanz namens Sylvette, die damals Brigitte Bardot sehr ähnlich gesehen haben soll, hängt mit dem Scheitern der Beziehung zu Francoise Gilot zusammen. In ihrem Buch Leben mit Picasso schreibt sie, dass Picasso im Frühjahr 1953 Sylvette David kennenlernte, die in einer Töpferei unweit von seinem Atelier in Vallauris arbeitete. Ihr Verlobter, ein Engländer, entwarf ausgefallene Stühle: "Diese Stühle bestanden aus einem eisernen Rahmen, die mit Schnüren verbunden wurden, und waren so unpraktisch, dass Pablo davon hell begeistert war". Ein solcher Stuhl ist auch auf dem Bild angedeutet. "Danach fand Pablo, dass Sylvette mit ihrer blonden Pferdeschwanzfrisur und den langen Ponyfransen sehr malerische Züge hatte. Er porträtierte sie. Ohne Zweifel hatte er dabei künstlerische Absichten, aber auch den Hintergedanken, ich würde es mir zweimal überlegen, ihn zu verlassen, wenn ich merkte, dass er jemand anderen gefunden hatte, der mindestens eine meiner Rollen übernehmen konnte". Françoise Gilot überliefert weiter, dass sie aber nicht auf Sylvette eifersüchtig wurde, woraufhin Picasso ihr folgendes vorwarf: "Dir scheint das alles ziemlich egal zu sein. Du müsstest dich weigern, ein anderes Gesicht auf meinen Bildern zu dulden...".

Diese sehr wahrscheinlich authentische Bemerkung Picassos wirft ein helles Licht auf seine Frauenbildnisse. Alle seine Frauen, gleich ob Ehefrau oder Geliebte, hatte er in unzähligen Bildern oder auch Skulpturen festgehalten. Fernande Olivier hatte er gemalt, seine erste Ehefrau Olga, Marie-Thérèse Walter oder Dora Maar, natürlich Françoise Gilot oder in seinem Spätwerk Jacqueline Roque. Sie waren jeweils dann seine Modelle und gaben seiner Malerei ihr Gesicht, Gestalt und Charakter, wenn Picasso ein erotisches Verhältnis zu ihnen unterhielt. Diese Beziehung von Maler und weiblichem Modell als einem erotisch anziehenden Verhältnis wurde für Picasso in seinen letzten Lebensjahren zu einem wichtigen künstlerischen Thema. Die Attraktion, die ein Gesicht auf Picassos Sinnlichkeit ausübte, motivierte ihn zu malen. Das Porträt Sylvettes vom 1. Mai 1954 ist eines der letzten einer langen Reihe. Wie Françoise Gilot schrieb, erkältete Picassos Interesse für diese Frau alsbald, da die erwünschte Wirkung auf sie ausgeblieben war.