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Höhe
62.0
Breite
80.0
Material
Öl
Malgrund
Leinwand
Entstanden
1881
Inv.Nr
G 0031

"Monet ist ein Auge, das wunderbarste Auge, seit es Maler gibt", so rühmte kein geringerer als Cézanne seinen Kollegen Claude Monet, den wohl reinsten Vertreter des französischen Impressionismus. Dieses Urteil spiegelt in der Identifikation der Person Monets mit dem die Welt visuell wahrnehmenden Sinnesorgan etwas von der Radikalität, mit der diese jungen Künstler um 1860/70 ihre Malerei verstanden wissen wollten. Nicht romantische oder ideale Bilder, sondern die Wirklichkeit des realen Augenblicks vor der Natur, die "instantanéité", sollte eingefangen werden. Monets 1872 im Hafen von Le Havre gemaltes Bild Impression, soleil levant (Paris, Musée Marmottan) gab der Bewegung ihren Namen. Der "Schule von Barbizon" und den Realisten Manet und Courbet verpflichtet, schlugen Monet und seine Freunde ihre Staffelei "plein air" direkt vor den Landschaftsmotiven auf, in den Feldern, den Ufern oder auf eigens gebauten Atelierbooten.

Wegen zu hoher Schulden zog Monet im Januar 1878 in das Dorf Vétheuil, das nordwestlich von Paris an der Seine liegt. Die vier Jahre in Vétheuil waren geprägt vom Tod seiner Frau Camille und anhaltenden finanziellen Nöten. Auf seinem Atelierboot oder am Ufer der Seine bzw. im Umland, sommers wie winters, entstanden Serien von Landschaftsbildern, die das schön im Flusstal gelegene Vétheuil zum Motiv haben. Das gegen Ende seines dortigen Aufenthalts 1881 gemalte Bild Vue de Vétheuil nimmt den Blick von einem der Hänge südlich des Städtchens. Über ein reifes Kornfeld und eine grüne Böschung blickt man auf das tiefer gelegene Votheuil mit dem charakteristischen Kirchturm inmitten sowie auf die gegenüberliegenden Hänge mit dem blauen Sommerhimmel darüber. Interessiert hat Monet der Sprung in der Farbintensität von der Nähe zur Ferne. Im Vordergrund, diagonal nach links abfallend, gibt er kräftiges Gelb und Grün; anders dann im Mittel- und Hintergrund: Hier wird das dominierende Blau, durch das die Stadt gekennzeichnet ist, mit Weiß gebrochen, so dass ein Eindruck sommerlich heißer Diesigkeit entsteht. Das Flirren der Luft läßt sich in der Zick-Zack-Führung des Pinsels erahnen.