Die Liebe zum Wasser ist dem aus Pressburg stammenden Künstler Christian Ludwig, der sich nach dem unter Wassersportlern sehr beliebten See im Salzkammergut Attersee nennt, seit seiner Jugend eigen. Als professioneller Sportsegler erntete er sogar internationalen Ruhm. Auch in Attersees Malerei spielt das Thema Wasser eine wichtige Rolle, allerdings in stark verschlüsselter Form. Wie Baselitz oder Lüpertz pflegt dieser Künstler die Realität nämlich stark ins Surreale zu verfremden. Im Frühjahr und Sommer 1990 arbeitete Attersee an zwei Bilderzyklen, die er poetisch "Wasserliebe" und "Wassertanz" nannte. Das vorliegende, ganz in Hellblau und Weiss gehaltene Gemälde gehört, wie sein Titel beweist, in den ersten dieser beiden Zyklen. Eigenwillig daran ist, dass der Künstler hier auch den Rahmen bemalte, der damit bruchlos in das Bild einbezogen scheint, und nicht weniger ungewöhnlich ist der äusserst körperhaft wirkende krustige Farbauftrag. Die Deutung des Bildmotivs fällt schwer. Über einer glatten Wasserfläche mit extrem tiefem Horizont scheint ein riesiger Haifisch mit stark hervortretenden Augen zu hängen, auf dessen furchterregender Schnauze eine kleine Maus hockt. Es ist, als wolle der Räuber der See dem kleinen Säugetier behilflich sein, seinen Durst zu stillen. Wäre dies nicht wahre Wasserliebe?



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