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La vision
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Höhe
24.0
Breite
22.0
Tiefe
23.0
Entstanden
1962
Technik
Keramikgefäss, geritzt und bemalt
Inv.Nr
K 0373

© VBK, Wien 2011

1951 begann Chagall in der Provence Keramikgefässe zu bemalen. Für seine erste bemalte Vase – sie stellt Elias’ Himmelswagen dar – wählte er eine in der Gegend häufig vorkommende bauchige Vasenform. Die künstlerische Herausforderung bestand in diesem Fall wohl vor allem darin, eine kommerziell gefertigte Tonware künstlerisch zu veredeln. Schon bald muss Chagall jedoch den Wunsch verspürt haben, auch die tönernen Bildträger mit den eigenen Händen zu formen, um seinen künstlerischen Vorstellungen noch mehr Entfaltungsmöglichkeiten zu erschliessen. Wichtigstes Kriterium sollte jetzt nicht mehr die Brauchbarkeit sein, sondern allein die ästhetische Erscheinung. Gelegentlich ging Chagalls gestalterische Freiheit sogar so weit, dass die Gefässe fast wie bemalte Skulpturen aussehen.

Zwei sehr eindrucksvolle Beispiele dieses eigenwilligen spielerischen Umgangs mit selber geformter und bemalter Keramik sind die 1957 entstandene Vase Les fiancés und das Gefäss La vision aus dem Jahr 1962, die beide zur Sammlung Batliner gehören. Hier noch von Vasen zu sprechen, fällt schwer. Beide Objekte weisen so freie und komplizierte Formen auf, dass an deren künstlerischer Autorschaft nicht zu zweifeln ist. Und wie meisterhaft ist nun die farbige Bemalung auf die Gefässformen bezogen!

Besonders auffallend ist dies beim Objekt, dem Chagall den Titel La vision gab. Bemalt ist hier merkwürdigerweise nicht nur die Aussenseite des Gefässes, sondern auch ein Teil der Innenseite. Um das Innere optisch noch besser mit dem Äusseren in Verbindung zu bringen, schnitt der Künstler mit dem Messer eine dreieckige Öffnung in die Gefässwand. Gibt sie den Blick frei auf ein grosses melancholisches Frauengesicht, so erscheinen auf der Vorderseite des Gefässes andere Körperteile wie eine Hand oder eine Brust der Figur.