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Pablo Picasso © Succession Picasso/VBK, Wien 2011
Wie die vorangehende Visage mythologique verwendete Picasso für die drei vorliegenden Werke - Tête de faune I, Tête de faune II, Visage masque - ovale Keramikschalen von gleicher Grösse, und auch diese maskenhaften Fratzen beziehen sich klar auf den Bilderschatz der antiken Mythologie. Wie die kleinen Hörner über der Stirn auf zwei der drei Schalen beweisen, handelt es sich um Faunsgesichter, von denen jedes einen ihm eigenen Ausdruck besitzt. Auffallend ist hier auch die unterschiedliche Behandlung des Plattenrandes. Ist er einmal als dekoratives Rahmenelement klar vom Gefässboden abgehoben, so wurde er bei den beiden anderen Schalen übergangslos ins Ganze einbezogen. Im einen Fall geschieht dies mit Hilfe eines witzigen zeichnerischen Akzents, im ändern Fall dadurch, dass die dunkle Engobe bis zum Plattenrand hinaufgezogen ist.
Nicht zu übersehen ist, dass es sich bei diesen drei Keramikplatten zwar um handgefertigte Produkte handelt, dass sie aber nicht vom Künstler selbst, sondern von einem professionellen Töpfer hergestellt worden sind. Von Picasso selbst modellierte Gefässe pflegen eine viel ungewöhnlichere «künstlerische» Form aufzuweisen.


