Pablo Picasso © Succession Picasso/VBK, Wien 2011
Die vorliegende ovale Schale ist genau gleich gross wie die übrigen von Picasso bemalten Schalen in der Sammlung Batliner, und wie auf zwei anderen dieser Keramiken ist darauf mit wenigen Pinselstrichen ein Faunsgesicht dargestellt. Da Picasso das Geschirr diesmal aber in der Längsrichtung verwendet und das Gesicht bis zum Tellerrand hinausgezogen hat, mutet es im Vergleich zu den ändern Platten geradezu monumental an. Auffallend sind hier auch der grosse, zu einem breiten Lachen verzogene Mund und die weit aufgerissenen Augen.
Eine zeitgenössische Photographie, die Picasso mit genau dieser Platte in der Töpferwerkstatt von Vallauris zeigt, offenbart eine überraschende Ähnlichkeit der beiden Gesichter, zumal was die Augen betrifft. In der Tat besitzen viele der Faunsgesichter, die Picasso im Laufe der vierziger Jahre in Form von Bildern, Zeichnungen und graphischen Blättern schuf, einen ausgesprochen selbstbildnishaften Charakter. Und wie ihr schelmischer Ausdruck verrät, war dies durchaus beabsichtigt. Kein Zweifel, dass der Künstler auf diese Weise insgeheim Kritik an sich üben wollte, zumal an seiner unersättlichen sexuellen Gier.



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