Geburtsort
Sterbedatum
Sterbeort
Kiew, Ukraine
15.05.1935
St. Petersburg (Leningrand), Russland
Kasimir Malewitsch (Malewicz) wurde am 11. Februar 1878 in Kiew (Ukraine) geboren und war polnischer Abstammung. 1895 besuchte er die Kunstschule in Kiew. 1896 übersiedelte seine Familie nach Kursk, wo Malewitsch seine erste Frau Kazimira Zgleitz kennen lernte und 1901 heiratete. 1902 zog Malewitsch nach Moskau, wo er am dortigen Institut für Malerei, Skulptur und Architektur studierte. 1905/10 arbeitete er im Atelier von Rerberg. Nach der Scheidung von Kazimira verheiratete er sich 1909 mit Sofia Rafalowitsch. 1910 machte er die Bekanntschaft von Larionow und Gontscharowa, an deren Ausstellung Eselschwanz er 1912 mit neoprimitivistischen Bildern teilnahm. Kurz darauf kam es jedoch zum Bruch zwischen Malewitsch und der Gruppe um Larionow. 1913 nahm er an der Futuristenkonferenz in Finnland teil.
1914 stellte er im Salon des Indépendants in Paris aus; 1915 beteiligte er sich an der Letzten Futuristischen Bilder-Ausstellung in St. Petersburg mit ersten gegenstandslosen, suprematistischen Bildern. Nach der Oktoberrevolution 1917 kam es zur Neubesetzung wichtiger Verwaltungs- und Lehrpositionen im Kulturbereich mit Künstlern der Avantgarde. Malewitsch wurde zum Konservator aller Moskauer Kunstschätze und zum Leiter der Freien Staatlichen Kunstwerkstätten (SWOMAS) ernannt. 1919 erfolgte die Berufung zum Leiter der Akademie in Witebsk als Nachfolger Chagalls. Im selben Jahr beteiligte er sich an der 10. Staatlichen Ausstellung Gegenstandslose Schöpfung und Suprematismus. 1920 gründete er die suprematistische Gruppe UNOWIS; 1922 bis 1926 leitete er das Staatliche Institut für künstlerische Kultur in Leningrad.
1927 reiste er nach Deutschland anlässlich seiner Einzelausstellung in der Großen Berliner Kunstausstellung (ein Großteil der ausgestellten Werke wurde damals vom Stedelijk Museum Amsterdam angekauft) und besuchte Gropius, Kandinsky u. a. am Bauhaus in Dessau. Im selben Jahr veröffentlichte Malewitsch sein theoretisches Hauptwerk "Die gegenstandslose Welt" als Bauhaus-Buch Nr. 11. Malewitsch wurde 1930 verhaftet, wahrscheinlich aufgrund seiner Beziehungen zu deutschen Künstlern; viele seiner Manuskripte und Arbeiten wurden damals vernichtet. Seit 1931 wandte sich der Künstler wieder der figurativen Malerei zu und trug damit dem offiziellen Geschmack Rechnung. Malewitsch starb am 15. Mai 1935 in Leningrad an Magenkrebs.


