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Alberto Giacometti © Fondation Giacometti, Paris/VBK, Wien 2011
Dass diese hochinteressante Plastik im Untertitel den Namen eines Pharaos trägt, ist ein klarer Hinweis darauf, wie intensiv sich Alberto Giacometti damals mit der altägyptischen Kultur auseinandergesetzt haben muss. Das ungewöhnliche formale Konzept – ein scheibenförmiger Kopf, der quer auf einem ebenso flachen Oberkörper sitzt – bezieht sich wohl auf die verblüffende Beobachtung, dass auf den altägyptischen Reliefs und Wandmalereien der Körper einer Figur oft von vorne, ihr Kopf dagegen von der Seite wiedergegeben ist und dass sowohl Kopf wie Körper ausgesprochen flach und immateriell wirken (Abb). Das vorliegende Werk stellt sozusagen den Versuch dar, dieses altehrwürdige Gestaltungsprinzip ins Dreidimensionale zu übertragen. So paradox diese Idee auf den ersten Blick anmuten mag, ihre Umsetzung löst einen höchst verblüffenden Effekt aus. Da die Scheiben von Körper und Kopf im rechten Winkel zueinander stehen, suggerieren sie trotz ihrer extremen Flachheit Raum, und obschon sie fast schwerelos erscheinen, sind sie über den massiven quaderförmigen Sockel fest mit dem Grund verbunden. Für diese Plastik sass dem Künstler ohne Zweifel sein Bruder Diego Modell, der seit 1951 sein wichtigstes männliches Modell war und der ihm in der Folge auch unschätzbare Dienste bei der Realisierung der Plastiken leistete: Bis weit über Alberto Giacomettis Tod hinaus überwachte er das Giessen der Figuren und deren Patinierung.

