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Sous les ponts de Paris
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Höhe
149.0
Breite
30.0
Tiefe
30.0
Material
Bronze
Entstanden
1961
Inv.Nr
S 0216

© VBK, Wien 2011

Neben unzähligen Bildern, Zeichnungen und Graphiken hinterliess Max Ernst auch erstaunlich viele Plastiken. Einen ersten Höhepunkt erreichte dieser Schaffenskomplex mit einer Reihe von Steinskulpturen, die der Künstler zwischen 1938 und 1940 für sein Haus in Saint-Martin d’Ardèche schuf und die wie furcht-erregende Apotropäen die Fassade schmückten. Diese an die Kunst primitiver Völker erinnernde Art des Gestaltens führte der Künstler dann auch in seinem amerikanischen Exil in Sedona (Arizona) weiter. Dort entstand 1948 aber auch seine erste grosse Freiplastik in Bronze, die ein imposantes sitzendes Herrscherpaar wiedergibt. Auch bei der vorliegenden Bronze "Sous les ponts de Paris", von der es offenbar sechs Exemplare gibt, handelt es sich um ein freistehendes Monument. Auf einer schlanken, an einen Stalagmiten erinnernden Stele sitzt ein froschähnliches Wesen mit einem riesigen Maul, das stark einer 1967 entstandenen Plastik mit dem Titel "La grenouille" ähnelt. Bedenkt man, dass Max Ernst zwischen 1938 und 1940 öfter die Tropfsteinhöhlen in der Ardèche besuchte, ist nicht auszuschliessen, dass diese Stele tatsächlich einem Stalagmiten nachgebildet ist. Jedenfalls fanden damals Stalagmiten und Stalaktiten auch Eingang in seine Malerei. Stilgeschichtlich gesehen geht das vorliegende Werk ohne Zweifel von einer doppelt so grossen Bronzeplastik aus, die Max Ernst im Vorjahr geschaffen hatte und der er den Titel "Le génie de la Bastille" gab. Auch sie besteht aus einer schlanken Stele, auf der ein rätselhaftes Tier hockt, nur dass dieses Tier dort nicht einem Frosch ähnelt, sondern einem Vogel. Mit diesem bizarren Vogelwesen, das vergeblich abzuheben versucht, soll Max Ernst den Genius der Freiheit auf der berühmten Colonne de juillet auf der Place de la Bastille parodiert haben, die dort im 19. Jahrhundert zu Ehren der französischen Revolution aufgestellt worden war.